18.12.09 | Auf der Suche nach dem perfekten Abschluss
Drei Punkte gegen Hertha und Weihnachten kann kommen.
Es könnte sein, dass die Bayern heute Abend noch die Nachricht bekommen, dass sie auf keinen Fall als Tabellenerster in die Winterpause gehen können. Das ist nämlich dann der Fall, wenn Schalke gegen den FSV Mainz gewinnt und damit von den Roten morgen nicht überholt werden kann. Doch selbst damit wird man beim FCB nach den guten Ergebnissen der letzten Wochen leben können - es wird im nächsten Jahr noch Zeit genug bleiben, um ganz nach oben zu klettern.
Und so gilt: Egal was Schalke heute auch macht (und was Bayer 04 morgen gegen den Rivalen Gladbach zeigt), wenn die Bayern am Samstag drei Punkte daheim gegen das Schlusslicht Hertha BSC Berlin einfahren, können die Fans des Klubs in aller Ruhe Weihnachten feiern und sich auf 2010 freuen. Denn das Los, das die Bayern heute in der Champions League bekamen, ist ja auch nicht gerade eine Katastrophe. "Es gibt sicherlich schwerere Lose, es ist ein Los, das wir schaffen können", sagte Karl-Heinz Rummenigge zum Gegner AC Florenz. Er setzt jedoch hinzu: "Aber wir dürfen sie auf keinen Fall unterschätzen."
Dies gilt natürlich auch - und vielleicht vor allem - für das letzte Spiel des Jahres 2009, am Samstag in der zum 100. Mal in Folge ausverkauften Allianz Arena. Denn es ist nicht allein ein Blick auf die Tabelle, der die Bayern in die Rolle des klaren Favoriten drängt. (Die besagt, dass Berlin in den wenigen Spielen der Europa League mehr Punkte gesammelt hat als während der ganzen Vorrunde der Bundesliga!) Auch die bisherige Bilanz ist nicht dazu angetan, den Bayern-Fans Sorgen zu machen: Seit mehr als drei Jahrzehnten hat Hertha nicht in München gewonnen, bei den letzten drei Gastspielen an der Isar kassierte der Hauptstadtklub immer vier Tore (und im Spiel davor drei), selbst ein Punktgewinn der Berliner in München liegt auch schon mehr als fünf Jahre zurück.
Da scheint es kaum ins Gewicht zu fallen, dass morgen der gesperrte Mark van Bommel fehlt und Franck Ribérys eigentlich anvisiertes Comeback nun doch fraglich ist, nachdem er im Training einen Tritt auf den Fuß bekam. Aber es ist eben diese scheinbar klare Ausgangslage die die letzten 90 Minuten des Jahres so gefährlich werden lassen. "Das Spiel gegen die Bayern ist eine wirklich schwere Aufgabe, ganz klar, aber wir sollten gerade deswegen versuchen, am Samstag dort frech aufzutreten", sagt Florian Kringe, der von Dortmund an die Berliner ausgeliehen wurde, aber lange durch einen Mittelfußbruch gestoppt wurde. Am Donnerstag spielte er zum ersten Mal im Olympiastadion, als ihn Trainer Friedhelm Funkel in der Europa League einwechselte. Nun will er auch noch einmal Bundesligaluft schnuppern, bevor es in die Winterpause geht. "Wir dürfen vor niemandem zittern", sagt Kringe. "Wenn man Angst hat, kann man sich die Reise nach München gleich sparen."