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22.01.10 | Kein Angst vor den grünen Männern
Die Bayern erwarten ein heißes Duell.
"Bremen ist Bayerns Angstgegner Nummer eins" - das vermeldet das Fachmagazin "kicker" in seinem Vorbericht zum morgigen Spitzenspiel an der Weser zwischen den Hanseaten und dem deutschen Rekordmeister. Dies bezieht sich allerdings nur auf Zahlen, Bilanzen und Statistiken, nicht auf die aktuelle Gefühlslage der Roten. "Wir fahren mit dem Ziel nach Bremen, dort zu gewinnen", sagt zum Beispiel Torwart Jörg Butt, was ja nun gar nicht nach Angst klingt.

Allerdings sagt der Schlussmann auch: "Es sind immer heiße Duelle zwischen Werder Bremen und Bayern München. Insofern müssen wir uns darauf gefasst machen, dass die Bremer uns das Leben schwer machen werden." Und damit wären wir dann doch beim Blick auf die Zahlen und Bilanzen. In der Tat haben die Bayern in den letzten Jahren oft Probleme mit den Grün-Weißen bekommen. Von den letzten acht Spielen konnte nur ein einziges gewonnen werden, das dafür aber sehr deutlich: Im August 2007 siegten die Bayern gleich mit 4:0 in Bremen.

Damals, die Fans der Roten werden sich erinnern, fiel der erste Treffer durch einen Elfmeter, den Franck Ribéry ebenso schlitzohrig wie dreist und lässig in die Mitte des Tores lupfte. Auch vor der Neuauflage des Spiels am Samstag steht der Franzose im Mittelpunkt des Interesses - doch wohl nicht des Geschehens. Denn es sieht so aus, als würde Trainer Louis van Gaal den Publikumsliebling erneut nicht spielen lassen, jedenfalls nicht von Beginn an. "Ein Spieler kann nicht spielen, wenn er nicht trainiert. Das hat auch mit Respekt vor den anderen Spielern zu tun", sagte der Coach und deutete zudem an, den Test gegen Ingolstadt am Dienstag dazu zu nutzen, Ribéry Spielpraxis zu verschaffen.

Und van Gaal kann es sich ja momentan durchaus leisten, die Mannschaft nicht umzustellen. Seit sieben Pflichtspielen eilen die Roten von Sieg zu Sieg und haben ihre Ausgangsposition in allen Wettbewerben mächtig verbessert. Was aber nicht heißen soll, dass es nicht noch besser ginge. "Wir sind jetzt Tabellenführer für einen Tag gewesen", sagt van Gaal mit Blick aufs vergangene Wochenende, "und müssen das jetzt mal für längere Zeit sein." Die Chance dazu ist wieder einmal da, denn schließlich haben nicht nur die Bayern ein schweres Auswärtsspiel: Schalke tritt zum Derby beim wiedererstarkten VfL Bochum an, Leverkusen reist zu 1899 Hoffenheim, das daheim erst zweimal verloren hat.

Gerechnet wird derzeit aber nicht nur an der Isar. Tim Borowski, der nach Bremen zurückgekehrte Ex-Bayern-Profi, weiß, dass seine Elf nach der Niederlage in Frankfurt unter Druck steht. "Man hat gesehen, dass alle Mannschaften im oberen Drittel gepunktet haben, und das ärgert einen doppelt", sagt er. "Wichtig ist, dass wir uns bewusst sind, wie wichtig das Spiel für uns als Mannschaft und auch den Verein ist." Dabei wird wohl ein Mann helfen können, den man in München ebenfalls gut kennt. Claudio Pizarro hat seine Knieverletzung überwunden und kündigt an: "Gegen die Bayern will ich auf jeden Fall dabei sein. Und wenn ich auf Krücken spiele."  
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