23.01.10 | Packendes Spiel, verdienter Sieg
Der Sieg der Bayern hätte höher ausfallen können.
Von wegen Angstgegner! Nach einer über weite Strecken begeisternden Leistung gewannen die Bayern am Samstag mit 3:2 (2:1) beim SV Werder und mussten sich am Ende höchstens darüber ärgern, dass sie den Zuschauern eine so spannende Partie geboten hatten. Denn eigentlich hätten sie, so Arjen Robben, "zehn Tore schießen können" oder, wie es Trainer Louis van Gaal sagte, "nur mit einem 5:1-Sieg zufrieden sein dürfen".
Was wie Übertreibung klingt, entspricht den Tatsachen. Schon nach drei Minuten lief Robben alleine aufs Bremer Tor zu, schoss aber nur an den Pfosten. Zwei Minuten später rettete Werders Keeper Tim Wiese gegen Ivica Olić, so fiel das 1:0 durch Aaron Hunts Direktabnahme völlig überraschend und aus heiterstem Himmel (10.). Es spricht für die Stärke der Roten an diesem Tag, dass sie sich vom Rückstand nicht aus dem Konzept bringen ließen. Und es dauerte auch nur eine Viertelstunde, bis das 1:1 fiel: Bastian Schweinsteiger ging auf dem linken Flügel auf und davon, flankte in die Mitte, Mario Gomez ließ den Ball durch und Thomas Müller versenkte das Leder zum Ausgleich (25.).
Dieses Treffer war mehr als verdient. "Man muss nicht darüber diskutieren, dass es für die Bayern-Fans ein tolles Spiel war", sagte auch Bremens Trainer Thomas Schaaf anschließend. "Wir haben den Münchnern so viele Chancen erlaubt, das habe ich noch nie erlebt." In der Tat vergaben die Gäste schon vor der Pause eine Vorentscheidung und kamen nur, so muss man sagen, zum Führungstor durch Olić, der einen perfekten Spielzug über Mark van Bommel und Philipp Lahm am langen Pfosten aus Nahdistanz abschloss (35.). Etwas später hatten die Bremer Glück, dass Wiese nach einem üblen Foul an Müller nicht vom Platz gestellt wurde, selbst der Übeltäter gab später an, er hätte sich "über Rot nicht beschweren können" (42.).
Nach der Pause kam Michael Rensing für Jörg Butt, der sich den Magen verdorben hatte, ins Tor, doch am Spielverlauf änderte sich nichts. Die Bayern erhielten Chance auf Chance und als Franck Ribéry in der 68. Minute zu seinem Comeback kam, glaubten die Fans an ein baldiges drittes Tor. Stattdessen bekamen plötzlich die Hausherren Möglichkeiten. Hugo Almeida köpfte übers Tor (74.), dann traf er zum überraschenden 2:2 (75.). "Wir haben sehr gut gespielt, aber zu viele Chancen verpatzt", sagte van Gaal über die Phase. "Das war schade. So ist der Stress auf der Bank geblieben bis zum Ende." Oder zumindest bis zur 78. Minute: An seinem Geburtstag schlenzte Robben einen Freistoß vom rechten Flügel ins Toreck (78.). Dieses Traumtor entschied eine von Bayern-Seite toll geführte Begegnung.