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29.01.10 | Sind aller guten Dinge drei?
Gegen Mainz spielen die Bayern wieder um Rang eins.
Ein seit dem 19. Jahrhundert im englischsprachigen Raum verbreiteter Sinnspruch lautet "If at first you don't succeed, try, try again", was so viel bedeutet wie: Wenn du beim ersten Mal keinen Erfolg hast, dann versuche es wieder und wieder. Und so nehmen die Bayern am morgigen Samstag zum dritten Mal in diesem Jahr Anlauf, die Tabellenführung für länger als nur 24 Stunden zu übernehmen. Zum dritten Mal können sie vorlegen, zum dritten Mal müsste Leverkusen dann einen Tag später nachziehen.

Diesmal heißt der Gegner der Roten FSV Mainz 05 und zumindest aus statistischer Sicht könnte es schlimmer kommen. Fünfmal haben die Bayern bisher daheim gegen die Rheinhessen gespielt - zweimal im Pokal, dreimal in der Liga - und die Bilanz ist makellos. Oder zumindest so gut wie makellos, denn im Januar 2006 stand es nach 90 Minuten 1:1 in der Allianz Arena. Dafür bekamen die Gäste damals aber keinen Punkt, denn jene Partie war eine der beiden Pokal-Begegnung, und in der Verlängerung setzten sich die Hausherren durch.

Auch diesmal stellen sich die Mainzer darauf ein, mit dem Rücken zur Wand zu stehen. "Wir parken am besten den Mannschaftsbus direkt vor unserem Tor", sagte FSV-Trainer Thomas Tuchel, als er gefragt wurde, wie er den zurzeit so starken Bayern-Sturm stoppen will. Weil die Mainzer aber nicht als Maurermeister bekannt sind, machte der Coach diesen Scherz auch, um auf die Personalprobleme seines Klubs hinzuweisen. Die betreffen vor allem die Abwehr, weshalb Mainz eventuell die Taktik umstellen wird. "Das System ist fast egal", sagte Tuchel mit einem Lächeln. "Es sei denn, wir dürften zwei Mann mehr aufstellen. Dann hätte ich weniger Bauchschmerzen."

Nun, auch bei den Bayern hat man wegen der Aufstellung Bauchschmerzen. Allerdings sind sie ganz anderer Natur als in Mainz. Denn in München fragen sich die Beobachter, ob der Trainer Franck Ribéry in die Mannschaft holt oder der zuletzt so enorm erfolgreichen Startelf vertraut. "Wenn wir immer gewinnen und so spielen, habe ich keine Lust, das zu ändern", sagt Louis van Gaal dazu. Da er zudem mit Verweis auf den Franzosen meinte "Ich denke, dass er nicht fit ist, das dauert noch", wird allgemein davon ausgegangen, dass die Bayern ihre Mannschaft nicht ändern.

Dieses Team soll, so fordert der Trainer, eine Scharte aus der Hinrunde auswetzen. Im August unterlag der FCB in Mainz. "Wir waren da nicht bei 100 Prozent", sagt der Trainer heute, "das ärgert mich immer noch. Damals war ich sehr enttäuscht." Zu jenem Zeitpunkt, also nach dem 3. Spieltag, waren die Roten noch ohne Sieg und nur auf Platz 14. Das hat sich inzwischen ziemlich gründlich geändert. Nach sechs Ligasiegen in Folge strebt der FCB, wie eingangs erwähnt, wieder einmal die Übernahme der Tabellenführung an. Ein Selbstläufer ist das aber nicht. "Wir werden uns wehren mit Händen und Füßen", sagt Tuchel - und das meinte er nicht als Scherz.
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