30.01.10 | Bärenstarke Bayern legen wieder vor
Die Gastgeber spielten Katz und Maus mit Mainz.
"Das war unser bestes Heimspiel", sagte FCB-Trainer Louis van Gaal nach dem Ende der heutigen Bundesligapartie gegen den FSV Mainz 05. Und der Coach erklärte auch gleich, warum: "Wir haben gegen eine verteidigende Mannschaft sehr viele Chancen kreiert." Das kann man wohl sagen. Schon nach knapp 70 Minuten hatten die Roten sagenhafte 23 Torschüsse abgegeben. Da sie zudem zweimal Latte oder Pfosten getroffen und einen Elfmeter vergeben hatten, muss man fast sagen, dass das Endergebnis von 3:0 (0:0) viel zu niedrig ausfiel.
Doch so weit wollte van Gaal nicht gehen. "Wir haben in Ballbesitz sehr gut gespielt und sehr schöne Tore erzielt", sagte er. "Ich habe einen sehr guten FC Bayern gesehen. Ich bin sehr zufrieden." Zur Pause war er das allerdings vermutlich noch nicht, denn da stand die Partie noch immer torlos, obgleich die Hausherren Chance auf Chance gehabt hatten. Als Mario Gomez nach einer halben Stunde einen Pass von Arjen Robben aus Nahdistanz an den rechten Pfosten drückte, war das schon die siebte - und bis dahin größte - Möglichkeit der turmhoch überlegenen Bayern gewesen.
Aber es sollte schon im ersten Durchgang eine noch größere folgen. Zwei Minuten später wurde Thomas Müller nämlich im Strafraum gefoult und es gab einen Elfmeter - zu dessen Ausführung Torwart Jörg Butt nach vorne eilte. Doch der bei weitem beste Mainzer, Schlussmann Heinz Müller, wehrte Butts Schuss ab. Kurz vor dem Wechsel hätte es erneut Strafstoß geben müssen, aber Nikolce Noveskis Handspiel im Liegen war für den Schiedsrichter sehr schwer zu sehen, so ging es beim Stand von 0:0 in die Kabinen.
Und auch nach der Pause schien sich zuerst nichts ändern zu wollen. Heinz Müller hielt so gut, dass der Kommentator des Senders "Sky" schon von der Partie "FC Bayern gegen Heinz 05" sprach, und wenn er einmal machtlos war, dann klärten Verteidiger auf der Linie, wie in der 57. Minute gleich zweimal binnen Sekunden. So gesehen war es fast schon ein Hohn, dass das überfällige 1:0 dann nur fiel, weil Müller einen Fehler machte: Robbens Flanke köpfte Daniel van Buyten auf den Schlussmann, der das Leder aber durch die Beine rutschen ließ (58.).
Nun brachen alle Dämme. Bastian Schweinsteiger setzte acht Minuten später einen mustergültigen Kopfball zwar nur an die Latte (es war das zwölfte Mal in dieser Saison, dass die Bayern das Gestänge trafen), doch dann erhöhte Gomez auf Pass von Philipp Lahm auf 2:0 (75.) und entschied die Begegnung. Vier Minuten vor dem Ende verwandelte Robben, wie schon vor einer Woche in Bremen, noch einen Freistoß zum dritten Treffer der Roten. Thomas Tuchel, der Trainer der Gäste, fasste das Geschehen schließlich am besten zusammen: "Wir waren gegen eine Klassemannschaft chancenlos, das muss man neidlos anerkennen."