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16.02.10 | Macht's noch mal wie 2008!
Über Florenz wollen die Bayern ins Viertelfinale.
Es ist noch keine drei Monate her, da hätten wenige Leute auch nur einen Cent darauf gewettet, dass die Bayern in der Champions League überwintern würden. Und nun, vor dem Beginn des Achtelfinales, ist man beim FC Bayern hauptsächlich damit beschäftigt, die Euphorie jener zu dämpfen, die die Roten bereits im Viertelfinale wähnen. "Wenn wir glauben, dass wir diese Runde im Nebenwaschgang lösen, wird es ein böses Erwachen geben", sagt zum Beispiel der Vorstandsvorsitzende Karl-Heinz Rummenigge im Vorfeld des Duells mit dem AC Florenz.

Andererseits kann man es den Anhängern kaum verübeln, dass sie den beiden Spielen gegen die Italiener mit großem Optimismus entgegensehen. Sage und schreibe zwölf Pflichtspiele haben die Bayern in Folge gewonnen, während Florenz aus den letzten fünf Spielen nur einen Punkt holte (und dabei nur zwei Tore schoss). Dazu kommt noch, dass sich viele Fans wohl an die letzten Partien gegen den AC erinnern: Im Oktober 2008 gewann der FCB in der Gruppenphase der Champions League daheim deutlich mit 3:0 und kam dann in Florenz zu einem 1:1, was nach der Europacup-Arithmetik ja diesmal locker zum Weiterkommen reichen würde.

Doch wer sich etwas genauer an diese beiden Begegnungen erinnert, der wird wissen, dass auch jetzt durchaus Vorsicht geboten ist. Damals fiel beim Heimspiel der Bayern das dritte Tor nämlich erst in der letzten Minute und in Italien hatten die Roten lange enorme Probleme, bis Tim Borowski etwa zehn Minuten vor dem Ende der überraschende Ausgleich gelang. Gesundes Selbstbewusstsein ist also angebracht, Überheblichkeit jedoch nicht. Das weiß natürlich auch ein international erfahrener Trainer wie Louis van Gaal. "Es wird nicht der Fall sein, dass wir Florenz unterschätzen", sagt er und weist darauf hin, dass es ein kleiner Nachteil ist, zuerst daheim anzutreten: "Es ist wichtig, zu Hause kein Gegentor zu bekommen. Wir wollen aber nicht auf Verteidigen spielen."

Die Elf, die das nicht tun wird, dürfte die sein, die auch gegen Dortmund begann. Zwar ließen die Roten in dieser Partie nicht weniger als 17 Torschüsse zu, doch der Trainer will seiner Mannschaft nicht ihren Stil austreiben: "Wir spielen unser Spiel. Wir werden in der Champions League nicht defensiv spielen", kündigt van Gaal an. Personelle Probleme hat er dabei nicht, denn auch Miroslav Klose ist morgen wieder einsatzfähig. Etwas mehr Sorgen hat man da beim Gegner. Adrian Mutu, dem rumänische Stürmer des AC Florenz, wurde bei einer Kontrolle am 10. Januar die Einnahme einer verbotenen Substanz nachgewiesen. Seither läuft er nicht mehr auf, und da Mutu als Wiederholungstäter gilt (vor sechs Jahren wurde er wegen Kokainkosnums gesperrt), wird die Strafe hart ausfallen und könnte das Karriereende bedeuten. Ebenfalls fehlen wird Alessandro Gamberini, allerdings ist die Erklärung in seinem Fall weniger spektakulär: Der Abwehrspieler hat sich die Schulter ausgekugelt.

Übrigens lässt die UEFA das Achtelfinale der Champions League in dieser Saison gleich über vier Wochen laufen, damit mehr Spiele live und in voller Länge übertragen werden können. Davon profitieren die Bayern-Fans aber nur zum Teil, denn SAT.1 meldet sich morgen ab 20.15 Uhr aus der Allianz Arena - das Rückspiel in Florenz wird es jedoch nur im Pay-TV zu sehen geben.

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