18.02.10 | "Gewonnen, das ist das Wichtigste"
Ein spätes Tor sicherte eine halbwegs gute Ausgangslage.
Am Mittwoch gewannen die Bayern auch das 13. Pflichtspiel in Serie, diesmal allerdings mit einer durchwachsenen Leistung und Glück: Das 2:1-Siegtor von Miroslav Klose im Achtelfinale der Champions League gegen den AC Florenz fiel nicht nur in der vorletzten Minute, sondern auch aus einer Abseitsposition heraus, die der Schiedsrichter nicht erkannte. "Wir haben gewonnen, das ist das Wichtigste", sagte Trainer Louis van Gaal anschließend. "Es wird schwierig in Florenz, aber die Chancen stehen 50:50, vielleicht ein bisschen mehr für uns."
Die sehr gut auf ihren Gegner eingestellten Italiener machen den Gastgebern über die gesamte Spieldauer das Leben sehr schwer. Zwar hatten die Hausherren stets ein optisches Übergewicht, doch klare Chancen sprangen dabei nicht heraus. Bastian Schweinsteiger, der nicht weniger als 120 Ballkontakte hatte, meinte später: "Wir haben es uns nicht so vorgestellt und hätten besser spielen müssen. Florenz hat taktisch gut gespielt. Wir haben es nicht geschafft, den Ball flüssig in den eigenen Reihen laufen zu lassen." Erst gegen Endes des ersten Durchgangs wurden die Roten etwas dominanter, so hatte Martin Demichelis nach einem Eckball eine Kopfballchance (34.), dann wurde Thomas Müller nach schöner Vorarbeit von Franck Ribéry im letzten Moment am Schuss gehindert (42.).
Dass die Bayern dennoch mit einer Führung in die Pause gingen, lag an der dritten Minute der Nachspielzeit. In der wurde Ribéry steil geschickt, ging im Strafraum zu Boden und der Ball kam zu Mario Gomez, der ihn ins leere Tor schob. Doch dieser Treffer wurde nicht gegeben, weil Schiedsrichter Tom Henning Övrebö schon gepfiffen und auf den Punkt gezeigt hatte. Diese Entscheidung musste die Bayern aber nicht ärgern, denn Arjen Robben verwandelte den Strafstoß sicher zum 1:0. Die Führung hielt jedoch nicht lange, weil Florenz in der 50. Minute nach einem Eckball zum 1:1 durch Per Kröldrup kam, der einen Querschläger am langen Pfosten über die Linie drückte. "Florenz hat keine Chancen kreiert, aber trotzdem ein Tor geschossen", sagte van Gaal anschließend. "Wir haben seit langer Zeit wieder mal ein Tor nach einer Ecke bekommen, das ist ärgerlich."
Damit hatten die Gäste den Auswärtstreffer, den sie unbedingt haben wollten - und den der FCB eigentlich um jeden Preis vermeiden wollte. Nun mussten die Roten also auf ein weiteres Tor ausgehen, denn ein Ergebnis von 1:1 hätte bedeutet, dass Florenz auch im Heimspiel auf Abwarten eingestellt gewesen wäre. So brachte van Gaal Ivica Olić und Miroslav Klose - und diese beiden waren dann an gleich mehreren aufregenden Szenen beteiligt. In der 88. Minute schoss Klose zum Beispiel ein Zuspiel von Philipp Lahm aus zentraler Position über die Latte, weil ihn Olić etwas irritierte, der ebenfalls zum Ball ging. Da waren die Bayern schon nicht nur optisch, sondern auch numerisch überlegen, denn nach einem Ellenbogenschlag gegen Robben war Massimo Gobbi in der 73. Minute vom Platz gestellt worden.
Mehr Raum hatten die Roten aber deswegen nicht, eher war das Gegenteil der Fall, denn zehn Italiener igelten sich nun am eigenen Strafraum ein, um das Remis über die Zeit zu bringen. Und das hätten sie eigentlich auch geschafft, wäre den Unparteiischen nicht ein Fehler unterlaufen. In der 89. Minute zog Robben aus der Distanz ab, Torwart Sebastien Frey wehrte zur Seite ab, wo Olić vor einem Gegner an das Leder kam und Klose bediente - der in der Mitte zwar unbehelligt, aber eben auch vor dem Ball stehend einköpfte. "Das war klar Abseits", sagte van Gaal. "Deswegen waren wir ein bisschen glücklich. Aber wir sind ein Tor vorne."