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12.03.10 | Breisgauer kommen mit schlechter Bilanz - und einer Idee
Zum ersten Mal seit langer Zeit, genauer gesagt: seit November, liegt eine so genannte englische Woche mit zwei Spielen, aber ohne Sieg hinter den Bayern. Dennoch war sie sehr erfolgreich, denn erst reichte ein Unentschieden in Köln, um die Tabellenführung sogar ein wenig auszubauen, dann schaffte das Team trotz einer Niederlage in Florenz das Viertelfinale der Champions League. So schön diese Erfolge auch waren, am morgigen Samstag soll und muss jetzt aber wieder ein Sieg her - schließlich spielen die Roten zu Hause gegen den Aufsteiger SC Freiburg.

Und der kann durchaus als Lieblingsgegner des FC Bayern gelten. Zwar werden jetzt Fans, die schon länger dabei sind, erstaunt aufhorchen, weil die Freiburger doch das geradezu historische Kunststück geschafft haben, ihre ersten drei Heimspiele gegen den FCB alle zu gewinnen. Das aber ist anderthalb Jahrzehnte her, danach hat sich die Bilanz grundlegend verändert. Aus den letzten 14 Spielen gegen die Mannschaft, die man einst die "Breisgau-Brasilianer" taufte, holte der deutsche Rekordmeister nämlich dreizehn Siege und ein Remis! Und das ist noch nicht alles - im November 1999 und im Dezember 2003 trafen die Roten sechsmal gegen den SCF, beim Pokalspiel im März 2005 schossen sie sogar sieben Tore an der Dreisam. Aber selbst damit ist die Horrorstatistik noch nicht zu Ende ...

Denn zu diesen schlimmen Resultaten aus der älteren Vergangenheit gesellen sich ja noch die Probleme in der jüngeren. Freiburg ist seit elf Spielen ohne Sieg und unterlag am vergangenen Wochenende selbst den zuletzt so desolaten Hannoveranern. "Das ist alles noch normal", sagt Trainer Robin Dutt zwar mit fester Stimme (und durchaus zu Recht), trotzdem gerät sein Team immer mehr unter Druck. Schließlich gibt es zu allem Überfluss in Freiburg auch noch Personalsorgen: Hamed Namouchi und Stefan Reisinger fallen am Samstag sicher aus, vermutlich werden auch Oliver Barth, Pavel Krmas und Jonathan Jäger nicht spielen können. Und was sagt Dutt angesichts dieser prekären Lage? Er sagt: "Wir wollen etwas Zählbares aus München mitnehmen."

Auch der Freiburger Kapitän, Heiko Butscher, plant eine Überraschung. "Natürlich dürfen wir keine Fehler machen, weil die Bayern das noch eiskalter bestrafen als die meisten anderen Bundesliga-Teams", sagt er. "Aber wir haben durchaus eine Idee, was wir machen können, um in München zu bestehen." Näheres verrät er nicht, aber man darf getrost davon ausgehen, dass es nicht die Strategie der Gäste sein wird, bedingungslos nach vorne zu stürmen. Anders gesagt, von den Fans der Roten dürfte morgen Abend ab 18.30 Uhr wieder einmal Geduld gefordert sein.

Aus dem Lazarett der Bayern dringt derweil eine gute und eine schlechte Nachricht. Die gute ist, dass Diego Contento am Donnerstag wieder mit dem Team trainieren konnte und eine Option für morgen darstellt ("Ich denke, dass er wieder fít ist", sagte Assistenztrainer Hermann Gerland). Die schlechte betrifft Mario Gomez, der sich beim Spiel in Florenz einen Muskelfaserriss zuzog und zwei bis drei Wochen ausfällt. Auch Bastian Schweinsteiger wird nur als Zuschauer in die Allianz Arena kommen, da er eine Gelbsperre abzusitzen hat. Doch bei einem Spiel wie dem morgigen, in dem die Rollen eindeutig verteilt sind, gilt ohnehin: Die Einstellung ist wichtiger als die Aufstellung. "Körperlich packt man englische Wochen immer, das Problem ist eher, dass man im Kopf leer ist", drückt Thomas Müller dies aus. Aber er fügt an: "Den Schalter umzulegen, fällt nicht schwer. Wir haben eine Aufgabe in der Bundesliga."
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