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27.06.10 | DFB-Elf stürmt eindrucksvoll ins Viertelfinale
"Das war schon imponierend", lobte Bundestrainer Joachim Löw seine Elf nach dem sensationellen 4:1-Achtelfinaltriumph über England. Für das Team von Fabio Capello kam es im Klassiker knüppeldick: Das Mutterland des Fußballs erlebte nicht nur seine höchste WM-Niederlage überhaupt, sondern auch die bittere Revanche für Wembley '66. Bastian Schweinsteiger spielte trotz dreitägiger Trainingsabstinenz von Beginn an und war wie gewohnt ein wichtiger Eckpfeiler im Spiel der deutschen Mannschaft. Außerdem lieferte er die Vorarbeit zum 3:1.

Als Frank Lampard in der 38. Minute das Leder mit einem satten Schuss aus 17 Metern an die Unterkante der Querlatte wuchtete, lag den englischen Journalisten, Schlachtenbummlern und Spielern der Torschrei schon auf den Lippen. Die Kugel kam eindeutig hinter der Linie auf, sprang wieder zurück an das Gebälk und von dort aus in Manuel Neuers Arme. Eine ganze Nation tobte: Der Schiedsrichter Jorge Larrionda aus Uruguay verweigerte den Engländern diesen klaren Treffer. Die Löw-Truppe konnte sich ob dieser vermeintlichen Revanche für das berühmte Wembley-Tor von 1966 glücklich schätzen: Es wäre der 2:2-Ausgleich gewesen und hatte womöglich für die Wende in einer Partie gesorgt, die die Deutschen bis zum Anschlusstor von Upson eine Minute zuvor fest im Griff hatten.

Miroslav Klose hatte nach einem weiten Neuer-Abschlag die 1:0-Führung besorgt (20.), danach vollendete Lukas Podolski einen perfekt vorgetragenen Angriff der deutschen Mannschaft zum 2:0. Der Vize-Europameister brillierte mit erfrischendem Offensivfußball, Mesut Özil und Thomas Müller dribbelten die englischen Verteidiger phasenweise regelrecht schwindelig. "Das war eine grandiose Leistung unserer jungen Mannschaft gegen erfahrene Engländer," schwärmte der Bundestrainer. "Wir hatten den Gegner bis zum 2:0 absolut in der Hand."

Nach der Pause machten die Three Lions weiter Druck, wieder traf Frank Lampard nach einem Freistoß nur die Latte (52.). Doch anschließend drehte Thomas Müller richtig auf: Der 20-Jährige verpasste in der 59. Minute noch knapp das Gehäuse, konnte sich aber acht Minuten später nach einem schönen Doppelpass mit Bastian Schweinsteiger als Torschütze zum 3:1 feiern lassen (67.). Die Erlösung besorgte ebenfalls der junge Münchner: Mesut Özil setzte Thomas Müller hervorragend in Szene, der sich vor dem Kasten von Englands Goalie David James abermals sehr kaltschnäuzig präsentierte.

Diese Messe war gelesen, der Fußballwelt bot sich ein gewohntes Bild. Deutschland hatte sich für das Viertelfinale am kommenden Samstag (Kapstadt, 16 Uhr) qualifiziert, England musste die Koffer packen und Gary Lineker, der WM-Torschützenkönig der 'Three Lions' aus dem Jahre 1986, hatte wieder einmal recht behalten: "Fußball ist ein einfaches Spiel: 22 Männer jagen 90 Minuten lang einem Ball hinterher, und am Ende gewinnen immer die Deutschen."
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