02.07.10 | Philipp Lahm weiß, "was zu tun ist"
Am Samstag trifft die DFB-Elf um 16 Uhr in Kapstadt auf Argentinien. Wie schon vor vier Jahren bei der WM in Deutschland geht es gegen die Albiceleste um den Einzug ins WM-Halbfinale. Damals triumphierte Mannschaft mit dem Adler auf der Brust, dieses Mal fordert Diego Maradona "eine Revanche für 2006".
Das letzte Aufeinandertreffen fand am 3. März dieses Jahres in München statt. Damals schlugen die Argentinier müde Deutsche durch ein Tor von Gonzalo Higuain mit 1:0. Doch die deutsche Elf von damals ist kaum noch zu vergleichen mit der Mannschaft, die England mit 4:1 vom Platz fegte und derzeit nur so vor Spielfreude strotzt. Mit großem Selbstbewusstsein gehen die Männer von Bundestrainer Joachim Löw in diese wichtige Partie. Wie Philipp Lahm verlauten ließ, wolle man "endlich mal wieder einen großen Gegner schlagen." Eine verbale Ohrfeige für schwache Engländer und gleichzeitig auch eine Kampfansage an Messi und Co. "Wir wissen, was zu tun ist", erklärt der Ersatz-Kapitän selbstbewusst.
Der eigentliche Spielführer, der verletzte Michael Ballack, wird sich das Spiel seiner Mannschaft live vor Ort im Green Point Stadium anschauen. "Wenn wir wieder so eine Leistung wie gegen England zeigen, haben wir eine Chance. Ich tippe ein 3:1 für uns", zeigt sich Michael Ballack sehr optimistisch gestimmt. Der Neu-Leverkusener schwärmt von der Art und Weise, wie sich das deutsche Team bislang bei der WM verkauft hat: "Sie haben bisher hervorragend gespielt, die Verantwortung auf viele Schultern verteilt. Sie spielen richtig gut. Es ist wichtig, bei einem großen Turnier zur rechten Zeit die richtige Höchstform zu haben."
Ein Jubiläum steht für Miroslav Klose an. Der 32-Jährige steht vor seinem 100. Länderspiel und weiß im Gegensatz zu seinen Kollegen auf dem Feld ganz genau, wie man auch in der regulären Spielzeit den Ball im Kasten der Argentinier unterbringen kann: Klose besorgte im Viertelfinale von 2006 den zwischenzeitlichen 1:1-Ausgleich, der letztlich zum spannenden Elfmeterschießen führte. Damals wurde Jens Lehmann zum Spielverderber für die Albiceleste. Zwei Argentinier scheiterten vom Punkt aus am gebürtigen Essener, und wollten es letztlich nicht wahr haben. Nach dem Spielende kam es zu Handgreiflichkeiten und tumultartigen Ausschreitungen zwischen den Spielern auf dem Rasen: ein unschönes Ende für ein solch hochdramatisches Spiel.
"Die Argentinier werden alle Mittel in Bewegung setzen, uns zu besiegen", meint Arne Friedrich. "Es wird höchst wahrscheinlich ein bisschen brutalere Zweikämpfe geben, darauf müssen wir gefasst sein", vermutet Mesut Özil. Und Manuel Neuer erwartet "am Samstag ein sehr heißes Duell. Man hat ja schon gehört, dass die argentinische Elf Rache für die WM 2006 nehmen will." Star-Trainer Diego Maradona hat darüber hinaus noch eine persönliche offene Rechnung mit Deutschland: 1990 musste er - im Finale von Rom unterlegen - miterleben, wie die DFB-Elf ihre dritte Weltmeisterschaft feierte. Die Tränen des argentinischen Nationalhelden scheinen bis heute nicht getrocknet zu sein.