Name
Passwort
Skin:  White     Black     BiFi

SlideshowHeader

Alternative content

Get Adobe Flash player

06.07.10 | In Durban den Stier bei den Hörnern packen!
Ein Sieg trennt Bastian Schweinsteiger und das DFB-Team noch vom WM-Endspiel.
Vor zwei Jahren verlor die deutsche Mannschaft das EM-Finale mit 0:1 gegen Spanien. Durchaus verdient, denn damals verzauberten die Iberer mit sehenswertem Kombinationsfußball ganz Europa. Zwei Jahre später ist es die Elf mit dem Adler auf der Brust, die mit ihrem Offensivfußball die Fußballwelt begeistert. "Jetzt sind wir auf Augenhöhe", erklärt Joachim Löw vor dem WM-Halbfinale am Mittwoch gegen den amtierenden Europameister selbstbewusst. Die Begründung dafür hat die deutsche Mannschaft bereits in den Spielen zuvor, besonders gegen England und Argentinien, eindrucksvoll geliefert.

Das kleine Paraguay hat es vorgemacht: Die Südamerikaner hatten die Spanier im Viertelfinale über weite Strecken des Spiels gut im Griff. Letztlich gewann der Europameister, weil David Villa einen weiteren starken Moment bei dieser WM hatte. Trotzdem könnte die Taktik, die die paraguayische Mannschaft zeitweise verfolgte, auch für die deutsche Elf von Relevanz sein. Der Schlüssel zum Erfolg liegt darin, die Iberer im Mittelfeld unentwegt zu stören, erläutert Dortmunds Paraguayer Nelson Valdez: "Es ist das A und O, das exzellente Mittelfeld mit Xavi, Iniesta und Xabi Alonso nicht zur Entfaltung kommen zu lassen, deren Pässe zu verhindern. Wenn diese drei Räume erhalten, ist es schwer zu verteidigen." Dann nämlich kann die "Furia Roja" (die rote Furie) ihr gefürchtetes Kurzpassspiel, "Tiki-Taki" genannt, aufziehen - eine tödliche Waffe.

Damit Spaniens Zentrale nicht schalten und walten kann, müssen wohl vor allem Sami Khedira und Bastian Schweinsteiger wieder Außergewöhnliches leisten. Gerade der Münchner erntet dafür, dass er nach dem Ausfall von Michael Ballack die vakante Leaderposition im Mittelfeld übernommen hat, von allen Seiten Lob. "Herz und Motor" des Teams sei Schweinsteiger, erklärt sein Bundestrainer. Doch der 25-Jährige lässt sich nur ungern Honig um den Mund schmieren: "Das interessiert mich nicht", sagt Schweinsteiger, "ich will Erfolg mit der Mannschaft."

Ein anderer Deutscher, der in den letzten Spielen über sich hinauswuchs, fehlt Joachim Löw erstmals bei diesem Turnier: Thomas Müller, der Shootingstar der Mannschaft, der bislang mit vier Toren und drei Vorlagen großen Anteil am Erfolg der deutschen Mannschaft hatte, muss eine Gelbsperre abbrummen. Ersetzen wird den Bayern-Spieler wohl Piotr Trochowski. Der quirlige Hamburger ist beidfüßig stark und könnte die spanischen Abwehrreihen durcheinander wirbeln. Außerdem wurde "Troche" bei dieser WM bereits dreimal für Müller eingewechselt. Hoffnungen auf einen Einsatz können sich aber auch noch Toni Kroos oder Marko Marin machen.

Bei Spanien könnte es vor dem Halbfinalspiel zu einer Umstellung kommen. Völlig außer Form scheint Fernando Torres zu sein, der 2008 noch das goldene Tor gegen Deutschland im EM-Finale erzielte. Sein Namensvetter Llorente von Athletic Bilbao machte bislang einen weitaus besseren Eindruck, wenn er für den Stürmer vom FC Liverpool eingewechselt wurde. Vicente del Bosque wollte sich vorab noch nicht festlegen: "Die anderen Offensivspieler sind an ihn gewöhnt, er ist weiterhin unser Stürmer und wir haben volles Vertrauen in ihn", berichtet der Trainer über Torres, macht aber auch unmissverständlich klar: "Das heißt nicht, dass er gegen Deutschland eine Einsatzgarantie hat."

Ob Deutschland am Mittwochabend (Anstoß: 20.30 Uhr) in Durban eine Revanche für die EM-Finalniederlage feiern kann, wird sich zeigen. Bundestrainer Joachim Löw weiß, das seine Elf kein einfaches Spiel erwartet: "Sie spielen seit zwei, drei Jahren auf konstant hohem Niveau. Und die Spanier haben nicht nur einen Spieler wie etwa Messi in der Mannschaft. Da gibt es noch mehr Ausnahmefußballer." Doch wer die deutsche Mannschaft bei dieser WM gesehen hat, weiß genau, dass sich die torhungrige Löw-Truppe vor den Iberern, die in Südafrika bislang sehr minimalistisch vorgingen, beileibe nicht verstecken muss.
ImpressumKontaktNutzungsbedingungen