09.07.10 | Geht Klose morgen auf Rekordjagd?
Der Bayern-Stürmer könnte Ronaldo ein- und überholen.
Der Oberhausener Oktopus Paul ist nicht gerade die beliebteste Krake Deutschlands, nachdem er die Niederlage gegen Spanien im WM-Halbfinale richtig vorhergesagt hat. Dabei ist die Kritik an dem armen Tier ganz unangebracht, schließlich hat Paul ja nur seinen Job gemacht - als Orakel im Aquarium "Sealife". Außerdem: Für das morgige Spiel um Platz drei gegen Uruguay sagte er heute einen deutschen Sieg voraus. Na also, geht doch!
Sollte Paul Recht behalten, dann würde die Auswahl des DFB zum vierten Mal den dritten Rang bei einer WM belegen, nach 1934, 1970 (übrigens damals auch gegen Uruguay) und 2006. Nur 1958 musste sich Deutschland in dem so genannten "kleinen Finale" geschlagen geben, als man Frankreich gleich mit 3:6 unterlag. So ungeliebt diese Partien auch sein mögen und so oft man auch hört, das Spiel um den dritten Platz wäre überflüssig, allein dieses spektakuläre Resultat von 1958 zeigt schon, dass sich in der Geschichte der Weltmeisterschaften gerade diese Begegnungen oft als sehr unterhaltsam herausgestellt haben.
Alle deutschen Fans erinnern sich noch gerne an das schöne 3:1 gegen Portugal vor vier Jahren, aber auch die Spiele 2002 (Türkei gegen Japan 3:2) oder 1998 (Kroatien gegen Holland 2:1) waren spannend und gutklassig. Das erhoffen sich die Fans natürlich auch für morgen und sie wären sicher nicht ärgerlich, wenn es zudem ein torreiches Spiel geben würde - denn dann stiegen die Chancen von Miroslav Klose, sich doch noch Ronaldos WM-Rekord zu schnappen. Der Brasilianer hat 15 Tore bei Weltmeisterschaften erzielt, Klose steht derzeit bei 14. Daher wird auch allgemein davon ausgegangen, dass der Stürmer morgen aufläuft, obwohl ihn Rückenbeschwerden plagen. Zudem geht er selbst davon aus, bei der nächsten WM nicht mehr Teil des Kaders zu sein. "Wehmut spürt man schon", drückt Klose das aus. "Ich glaube nicht, dass ich noch mehr WM-Spiele mache." Und da soll nicht ausgerechnet das verlorenen Halbfinale der Schlusspunkt sein.
Wie die Elf ansonsten aussehen wird, das steht noch nicht fest. Es kann durchaus sein, dass der Trainerstab einige Spieler aufbieten wird, die bisher noch nicht so zum Zuge kamen. Zudem werden Philipp Lahm und Lukas Podolski (wie übrigens auch Bundestrainer Joachim Löw) momentan von einer Grippe geplagt und sind schon allein deshalb fraglich. Nähere Einzelheiten dürfte es erst am Abend geben, wenn Assistenztrainer Hansi Flick den kranken Löw bei der Pressekonferenz vertritt und Fragen beantwortet. Zur Stunde reist der Kader von Johannesburg nach Port Elizabeth.
Dort wird am Samstag um 20.30 Uhr das siebte und letzte Spiel der deutschen Elf bei dieser WM angepfiffen. Geplant ist, dass der Kader dann noch einmal ins Mannschaftshotel "Velmore Grande" in Pretoria zurückkehrt und schließlich am Sonntagabend, wenn das Finale läuft, von Johannesburg nach Frankfurt am Main zurückfliegt. Früh am Montag beginnt dann für die Spieler der mehr als verdiente Urlaub.