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06.10.08 | Erinnerungen an stressige, aber schöne Zeiten
Anfang 2007 noch in einem Team: Bastian und Owen Hargreaves.
Heute, an meinem freien Tag, finde ich mal wieder Zeit, mich bei euch zu melden. Das heißt, unterwegs bin ich trotzdem. Ich fahre nämlich heute zu meinen Eltern und meinem Bruder, wir haben also sozusagen mal wieder ein Familientreffen. Doch morgen geht es dann gleich weiter: Am Mittag trifft sich die Nationalmannschaft in Düsseldorf, um sich auf die anstehenden Spiele vorzubereiten.

Es ist gut, dass wir nun zwei Heimspiele vor uns haben, denn so ersparen wir uns die Reisestrapazen, haben etwas mehr Ruhe und können gezielt arbeiten. Außerdem geben uns die Heimspiele die Chance, wichtige Siege einzufahren. Und das ist unser Ziel - wenn auch die Aufgabe am Samstag schon gleich sehr schwierig wird. Das Spiel gegen Russland wird bestimmt ein Highlight dieser Qualifikation, denn ich halte den Gegner für sehr stark und schwer zu spielen. Die Russen, mit ihren vielen tollen Einzelspielern, haben bei der EURO ihr wahres Gesicht gezeigt und werden uns das Leben schwer machen. Wir müssen mit Respekt an die Sache herangehen - aber trotzdem unser Spiel durchziehen und drei Punkte holen. Ich hoffe, dass der Spielort Dortmund uns Glück bringt. Da haben wir nach 90 Minuten (!) noch nie verloren.

Was den Klubfußball angeht, so können wir natürlich nicht zufrieden sein mit dem Start in die Bundesligasaison, da reicht schon ein Blick auf die Tabelle, um das zu sehen. Es wird jetzt wichtig sein, dass wir den Abstand nach oben nicht zu groß werden lassen. Gott sei Dank haben auch die anderen Favoriten keine perfekte Ausbeute, sodass alles noch eng beieinander ist. Trotzdem müssen wir auf einem anderen Tabellenplatz als dem jetzigen stehen, keine Frage.

Im Zusammenhang mit dem FC Bayern möchte ich auf eine Frage antworten, die im Forum steht. Cornelius wollte wissen, ob meine Jugendzeit im Internat - mit der Doppelbelastung Fußball/Schule - stressig war. Nun, wenn man das Ganze im Nachhinein betrachtet, dann muss man schon sagen, dass es einerseits sehr anstrengend war, denn von morgens um sieben bis abends um neun waren die meisten Tage vollgepackt: nach dem Frühstück mit dem Rad zur Trambahn, dann ein Fußweg zur Schule, dann zurück nach Hause, anschließend Training, dann für die Schule lernen und wieder Training. Dazu kamen noch all die kleineren Sachen, für die man auf einmal selbst verantwortlich ist, vom Einkaufen bis zum Wäschewaschen.

Aber alles wurde dadurch viel einfacher, dass unter den zwölf Spielern im Jugendhaus, darunter auch Michael Rensing und Piotr Trochowski, eine tolle Kameradschaft herrschte. Da war für gute Laune immer gesorgt, und das Leben war stets lustig. Wir hatten viele super Erlebnisse zusammen und haben auch oft etwas gemeinsam unternommen, sind Billard spielen oder zum Bowling gegangen.

Tja, und dann war da noch die leider inzwischen verstorbene Christa Schweinberger. Sie war für uns alle so etwas wie eine Ersatz-Mama, weshalb wir Jungs uns fühlten wie in einer großen Familie. Und sogar das Lernen zusammen mit den Lehrern machte Spaß. Schwer zu glauben, aber wahr! Und so ist mein Fazit dieser Zeit, dass ich sie - trotz allem Stress - manchmal sogar ein bisschen vermisse. Als ich ins Jugendhaus kam, ging übrigens Owen Hargreaves gerade raus. (Ich glaube, ich habe sogar sein Zimmer übernommen.) Das erwähne ich jetzt, weil jemand gefragt hat, ob ich noch Kontakt zu Owen habe. Ja, klar! Wir telefonieren oft miteinander, und wenn Owen mal hier in München ist, zum Beispiel in Behandlung bei Dr. Müller-Wohlfahrt, dann besucht er mich oder wir treffen uns auf einen Kaffee.

Ganz zum Schluss noch eine Frage, die nichts mit Fußball zu tun hat. Jemand von euch wollte wissen, ob ich ein Haustier oder ein Lieblingstier habe. Nun, ich hatte mal einen Hund, der aber gestorben ist, und auch zwei Katzen. Im Moment habe ich kein Haustier, obwohl ich Hunde sehr mag. Das Problem ist, dass wir beide, also meine Freundin und ich, sehr beschäftigt und oft unterwegs sind. Da wäre dann keine echte Bezugsperson da, die sich richtig um den Hund kümmert, und das kann man nicht machen, das möchte ich keinem Tier zumuten.

So, nun ist Familie angesagt. Euch wünsche ich eine schöne Woche!

Viele Grüße,

euer


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